Kolumbien: Die Organisation der indigenen Völker des kolumbianischen Amazonasgebietes (OPIAC)



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Nach der Volkszählung von 2005 gehören in Kolumbien über 1.380.000 Menschen, etwa 3,4% der Gesamtbevölkerung, verschiedenen indigenen Gemeinschaften an. Sie leben in 27 Bundesländern und 228 Kommunen über das ganze Land verstreut. Der größte Teil lebt in: La Guajira (278.250), Cauca (247.980) Nariño (154.766 0) Córdoba (151.060 ) und Sucre (81.920). Die zahlenmäßig größten Völker sind die Páez (138.500), die Guajiro (100.000), die Emberá (49.600) und die Zenú (34.500).

 

Die Existenz der etwa 85 indigenen Völker, wurde in der Verfassung von 1991 offiziell anerkannt. Den Indigenen Kolumbiens ist es wie in kaum einem anderen lateinamerikanischen Land gelungen, ihre territoriale und kulturelle Anerkennung durchzusetzen. Die Umsetzung der in der Verfassung garantierten Rechte auf die Einheit indigener Territorien, verträglichen Rohstoffabbau, die Anerkennung der indigenen Sprachen als Amtssprachen und spezifische Rechtsprechung verlangt allerdings noch viel politische Arbeit. Dabei ist ständig mit Rückschritten zu rechnen. Insbesondere hat die indigene Bevölkerung Kolumbiens unter den Auswirkungen des Bürgerkrieges zwischen Guerilla, Paramilitärs und Armee und der ständig aufflammenden Gewalt zu leiden. Weitere Probleme werden aufgrund der Verdrängung der Dorfgemeinschaften durch Bergbau und Siedler sowie den sich ausbreitenden Kokaanbau und der damit verbundenen Kriminalität verursacht.

 

Die 1982 gegründete Nationale Indigenenorganisation Kolumbiens ONIC hat über 40 lokale und regionale Mitgliedsorganisationen und vertritt etwa 90 % der indigenen Bevölkerung des Landes. Die Organisationen des kolumbianischen Amazonasgebiets sind in der Organisation der indigenen Völker des kolumbianischen Amazonasgebietes (OPIAC) zusammengefasst. Ziele der OPIAC sind insbesondere die Förderung des Einflusses indigener Organisationen, die Verteidigung und Anerkennung indigener Territorien, ihre Selbstbestimmung sowie die Achtung ihrer Rechte.

 


Text aktualisiert: Maryhen Jiménez (April 2010)