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Indigene Voelker in Amazonien

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Indigenen-News

Die alltäglichen Probleme der indigenen Völker in Amazonien sind der Öffentlichkeit kaum bekannt. Diese sind praktisch in allen Anrainerstaaten geprägt von Gewalt und Bedrohungen durch Holzfäller, Siedler, Goldsucher oder Erdölunternehmen. Die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes bedeutet auch die Zerstörung ihrer Existenzgrundlagen. Wir setzen deshalb die Berichterstattung über die Probleme fort, denen Indigene ausgesetzt sind.


Historischer Sieg der indigenen Völker in Peru

Peruanischer Kongress hat das Gesetz zur Konsultationspflicht mit vorherigem Einverständnis durch indigene Gemeinschaften beschlossen.

Mit 62 Stimmen für das Gesetz und lediglich 7 Gegenstimmen und 6 Enthaltungen wurde in Peru, nach 15 Jahren Wartezeit, das Gesetz zum Recht auf vorherige Konsultation der indigenen Völker, beschlossen. Dieses Recht wird in der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) anerkannt, die von Peru ratifiziert wurde. Das Besondere an diesem Gesetzesvorhaben ist, das es die Zustimmungsvoraussetzung der indigenen Völker zu Gesetzen oder Verwaltungsentscheidungen vorschreibt, die sie direkt betreffen.

Nach der Abstimmung hat der nationale Sekretär der AIDESEP, Saul Puerta Pena, betont, dass dies ein Erfolg des Widerstandes der indigenen Völker ist und ein weiterer Schritt, um den Frieden und die Annäherung zwischen Staat und indigene Völker darstellt. Gleichzeitig hat er sich beim Kongress bedankt und die Regierung ermahnt, das Gesetz zu beachten, denn andererseits werden die indigenen Gemeinden ihre Entscheidungen nicht akzeptieren. Es geht um den Aufbau gegenseitigen Vertrauens.

Der Koordinator des Dialogtisches 3, das für das Gesetzesvorhaben zuständig ist, hat ergänzt, dass dieser Beschluss ein wichtiger Fortschritt für die indigenen Völker bedeutet. Gemeinsam mit den indigenen Völkern der Andenregion haben sie erreicht, dass dieses Recht von den Regierungen respektiert wird.

Das Recht auf vorherige Konsultation mit der Option der Ablehnung ist ein zentrales Anliegen der indigenen Völker weltweit, denn es basiert auf den besonderen Rechten für indigene Gemeinschaften, die auch in der Konvention 169 der ILO verankert sind. Der Gesetzestext bezieht sich auch ausdrücklich auf die Konsultation im Rahmen von nationalen Entwicklungsprojekten. Damit haben die indigenen Völker ein wichtiges Instrumentarium, um ihre Lebensgebiete von großen Infrastrukturprojekten oder Förderkonzessionen für den Abbau von Erdöl und anderen Bodenschätzen zu schützen.

Lima, 20. Mai 2010


Erdölförderung zerstört Regenwald in Ecuador ­ Europäische Delegation besichtigt die Schäden

Versteckte Ölseen im Amazonas-Regenwald und ­ in offiziell gereinigten Gebieten ­ Erdreich, das bereits in 1,5 Metern Tiefe deutlich nach Erdöl riecht, demonstrieren das Umweltdesaster, das der weltgrößte Erdölkonzern Chevron in Ecuador hinterlassen hat. Die Nichtregierungsorganisation FDA (Frente de Defensa de la Amazonia) führt im Namen der Zivilgesellschaft ein gerichtliches Verfahren gegen Chevron, um den Konzern zur Beseitigung der Schäden zu zwingen. Chevron hält dagegen, versucht mit allen Mitteln den Prozess zu seinen Gunsten zu beeinflussen und zieht ihn in die Länge.

Auf einer „Toxitour“ in der Region Oriente zeigten Vertreter der FDA einer Delegation europäischer Politiker und VertreterInnen von NGOs die Regenwaldzerstörungen sowie die Verseuchung der Erde und des Wassers. Holger Matthäus, Senator für Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock, kommentierte: „In Ecuador laufen Zerstörungen in so gewaltigen Ausmaßen ab, wie sie in Deutschland nicht vorstellbar sind. Zu Hause kämpfen wir um jedes Waldgebiet, beseitigen umgehend Ölhavarien oder sanieren Altlasten.“

Die zehntägige Reise durch Ecuador führte die VertreterInnen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, Tschechien und Ungarn auch in die indigene Gemeinde Sarayaku. Die Kichwa-Gemeinde ist durch ihren bis heute anhaltenden Widerstand gegen die von der ecuadorianischen Regierung beschlossene Erdölförderung auf ihrem Gebiet bekannt geworden. Gerade eine Woche bevor die europäische Delegation eintraf, konnte ein historischer Erfolg gefeiert werden: Die letzten der vor Jahren verlegten Sprengsätze für seismische Untersuchungen wurden entfernt.

Die Gemeinde kämpft nicht nur gegen die Erdölförderung, sondern für ihr Entwicklungsmodell und ihre eigene kulturelle Identität. Sie verfügt über Solarstrom, mit dem eine Satellitenschüssel, ein Internetcafé und eine eigene Website betrieben werden. Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München sowie Vorsitzender des Klima-Bündnis, zu diesem Ansatz der kommunaler Entwicklungszusammenarbeit: „Die politische und finanzielle Unterstützung dezentraler Modelle wie z.B. in Sarayaku, die die lokale Ökonomie unter Sicherung der sozialen und ökologischen Strukturen fördern, stärken diese Kooperation.“

Die europäische Delegation führte außerdem Gespräche mit Vertretern der COICA, der Dachorganisation der indigenen Völker Amazoniens und Partnerorganisation des Klima-Bündnis, und diskutierte mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren über Lösungsansätze in dem Spannungsfeld Armut, Erdölförderung, Umweltschutz und Menschenrechte. Einen wichtigen Ansatz bildet die Zusammenarbeit zwischen kommunalen Strukturen in Europa und Ecuador. Peter Molnar, Geschäftsführer vom Klimabündnis Österreich, zog ein vorläufiges Fazit: „Die Diskussionen mit den direkt Beteiligten offenbart die Bitterkeit, wenn, wie derzeit in Ecuador und Peru geplant, für das letzte Jahrzehnt der Erdölnutzung die letzten zusammenhängenden Urwaldgebiete Amazoniens mit höchster Biodiversität geopfert werden sollen.“

Die Delegationsreise nach Ecuador wurde im Rahmen des EU-Projektes EnergyBridges durchgeführt, um die Auswirkungen des Energiehungers der Industrieländer und der „Energie(un)gerechtigkeit“ in Ecuador kennen zu lernen.

Weitere Informationen:
http://blog.climatealliance.org oder http://www.energybridges.eu
Silke Lunnebach, Tel. +49-69-717139-32
s.lunnebach(at)klimabuendnis.org

 

Die Gemeindemitglieder in Sarayaku benötigen juristische Unterstützung, um sich gegen eine Anklage wehren zu können. Sie brauchen dafür rund 2.500 Euro. Falls Sie die Gemeinde unterstützen möchten, können wir Ihre Spende über das Klima-Bündnis an Sarayaku weiter leiten.

 

GLS Gemeinschaftsbank eG.
Konto: 8038409001, BLZ: 43060967, Stichwort: Sarayaku


Blutige Auseinandersetzungen in Peru

Letzte Woche am „Tag der Umwelt“ hat sich die Situation in Peru gegenüber der indigenen Bevölkerung dramatisch zugespitzt. Präsident Alan Garcia hat, im Unterschied zu den friedlichen Auseinandersetzungen im letzten Jahr, diesmal die Polizei und Sicherheitskräfte eingesetzt, um einen seit Wochen schwelenden Konflikt mit den indigenen Völkern im Regenwaldgebiet blutig zu beenden.

Die Angaben über die genaue Anzahl der Toten schwanken zwischen 30 und über 50. Darunter sollen sich auch einige Führer indigener Organisationen befinden.

Bereits seit mehreren Wochen haben vor allem Vertreter indigener Völker aus dem Regenwaldgebiet Perus Straßen sowie Öl- und Gasförderanlagen besetzt gehalten, um gegen die Gesetzgebungen der Regierung zu protestieren, die ausländischen Unternehmen den Zugang zu den vermuteten Erölvorkommen und anderen Ressourcen erleichtern soll.

Diese Gesetze stehen im Zusammenhang mit Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen mit den USA.
Die indigenen Völker befürchten, dass dadurch ihre garantierten Rechte beschnitten werden und es zu weiteren Zerstörungen ihrer Lebensgebiete kommt.
Das letzte Woche in New York tagende permanente Forum der indigenen Völker hat das Vorgehen Perus stark kritisiert und daran erinnert, dass Peru die ILO-Konvention 169 ratifiziert hat, die den Indigenen ein Recht auf vorherige Zustimmung bei Projekten zugesteht, die in ihren Gebieten durchgeführt werden sollen. Weiterhin hat Peru in der Vergangenheit die Einrichtung des permanenten Forums der indigenen Völker in der UN unterstützt.

Die wichtigsten Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen Perus haben in einem offenen Brief das Vorgehen der Regierung scharf verurteilt und die Parteien dazu aufgefordert, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen.

Mittlerweile hat die Interamerikanische Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA) die Übergriffe der Polizei scharf verurteilt.
“Die Kriminalisierung von legitimen Protesten und sozialer Mobilisierung, sei es durch direkte Repression gegenüber den Demonstranten sei es durch juristische Kriminaliseirung ist nicht vereinbar mit einer demokratischen Gesellschaft in der die Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung haben” betonte die Kommission.

Der Präsident der nationalen indigenen Organisation AIDESEP Alberto Pizango hat mittlerweile, aufgrund der ihm drohenden Verhaftung als Aufrührer der Auseinandersetzungen, sich in die Botschaft Nicaraguas geflüchtet und um politisches Asyl gebeten.

Text auf der Seite der peruanischen Botschaft in Deutschland:

„Peru ist ein ruhiges, gastfreundliches und freigiebiges Land mit einer glorreichen Vergangenheit und einem eisernen demokratischen Willen. Peru ist nach den Worten von José María Arguedas eine Mischung aller verschiedener Abstammungen, ein Zusammentreffen alter Stämme und neuer Völker. Peru ist ein schönes und freies Land, das peruanische Alltagsleben besteht aus ruhigen Straßen, einer großen Auswahl an Geschäften, wunderschönen Stränden und atemberaubenden Landschaften.“

 

Einen Aufruf der peruanischen Organisationen und eine Briefvorlage an den peruanischen Botschafter finden sie hier


Besuch indigener Vertreter in der Geschäftsstelle

Am Montag den 24.05.2009 waren Yorenka Ãtame und Moisés Piyãko vom Volk der Ashaninka zu Besuch in der Geschäftsstelle des Klima-Bündnis.

Begleitet wurden Sie von Eliane Fernandes von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Hamburg. Der Besuch fand im Rahmen einer Rundreise statt, um auf die Situation der Ashaninkas in Brasilien und Peru aufmerksam zu machen. Sie leben im Grenzgebiet zwischen diesen beiden Ländern. In diesem Gebiet leben auch noch unkontaktierte Gruppen.

Ihre Umwelt und Lebensweise ist stark bedroht durch illegale Holzfäller, die von Peru aus in das Gebiet eindringen.

Das Klima-Bündnis hat in 2008 das Projekt Yorenka Ãtame unterstützt. Dabei handelt es sich um ein Ausbildungszentrum für die Bereiche Erziehung, Kultur und Umwelt, das den Wissensaustausch, den interkulturellen Dialog und die Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen indigener und nicht-indigener Herkunft aus der Urwaldregion mit einer neuen Lernperspektive fördern soll. Dieses Ausbildungszentrum haben die Ashaninka selber aufgebaut.

 


Indigene Konferenz zu Klimawandel

Zu einem indigenen Gipfeltreffen zum Klimawandel kamen vom 20. - 24. April 2009 in Anchorage, Alaska Abgeordnete Indigener Völker aus der Arktis, Nordamerika, Asien, Pazifik, Lateinamerika, Afrika, Karibik und Russland sowie Beobachter zusammen.

Ziel des globalen Treffens war es, Indigenen Völkern aus allen Teilen der Erde einen Austausch über Wissen und Erfahrungen mit den Auswirkungen des Klimawandels zu ermöglichen. Außerdem wurden Schlüsselbotschaften und Empfehlungen entwickelt, die bei der Klimakonferenz (COP) in Dänemark im Dezember 2009 dem UN Rahmenabkommen zum Klimawandel angegliedert werden sollen.

Weitere Informationen zum globalen Gipfeltreffen Indigener Völker und zur Anchorage Deklaration finden Sie hier.


Erklärung zur Situation in Peru

Auf der Tagung in Schwerte, bei der verschiedene Vertreter aus Peru, unter anderem der Kongressabgeordnete Oswaldo Luizar Obregon, über die aktuellen Aktionen der indigenen Völker berichtet haben, wurde von den TeilnehmerInnen eine Erklärung an den peruanischen Präsidenten Alan Garcia verabschiedet.


Sieg der Indigenen – Abgeordneter aus Peru berichtet

Peru: Parlament nimmt Verordnungen der Regierung zum Verkauf von indigenem Land zurück - Druck auf Gebiete ist jedoch nicht gebannt

Dieses Mal hatten sie Erfolg: Zwei Wochen nach Beginn der Demonstrationen, Straßensperren und Protesten von Tausenden Indianern hat der peruanische Kongress am letzten Freitag die zwei kritisierten Verordnungen wieder zurückgenommen. Durch die Verfügungen sollte der Verkauf von indigenem Land an Erdölfirmen und Bergbaukonzerne vereinfacht werden. Mit 29 zu 66 Stimmen verlor die Regierung von Alan García die Abstimmung deutlich - eine große Niederlage für den Präsidenten.
Alberto Pizango Chota, Präsident der indigenen Organisation Aidesep, erklärte, dass sich die Indigenen nicht gegen den Fortschritt wenden. Dieser müsse jedoch im Respekt gegenüber den indigenen Völkern und ihrer Territorien erfolgen. In der Regel missachten aber die Öl- und Bergbaukonzerne die Rechte der indigenen Bevölkerung und verseuchen ihre Umwelt. Sie bringen der armen Bevölkerung keinen Wohlstand, sondern oft noch größere Armut und den Verlust ihres Landes.
Nach Beginn der Proteste hatte die Regierung in drei Amazonasregionen den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Lage spitzte sich zu und es gab Verletzte auf beiden Seiten, als die Polizei versuchte die Blockaden zu beenden. Mit dem Argument, die Entwicklung der Amazonasregion fördern zu wollen, verteidigte García die Initiative der Regierung. Die betroffene Bevölkerung, unter ihnen über 350.000 Indigene, wurde aber nicht gefragt.
Mit der Aufhebung der Verordnungen hat die indigene Amazonas-Bevölkerung einen Sieg errungen. Trotzdem ist der Druck auf ihr Land nicht gebannt. Über 70 Prozent - das sind 52 Millionen Hektar - des peruanischen Amazonasgebiets sind bereits in Förderblöcke aufgeteilt. Diese 151 Blöcke liegen auch in Naturschutzgebieten und auf indigenem Land. Noch nicht einmal Gebiete, in denen Indigene ohne Kontakt zu Fremden leben, sind ausgenommen.
Der Abgeordnete Oswaldo Luizar Obregon, der im Kongress die Region Cuzco vertritt, wird über die Auseinandersetzung zwischen Regierung und Indigenen während einer Tagung am kommenden Wochenende informieren.

Tagung "Indigene Völker und Biodiversität"
29. bis 31. August 2008 in der Ev.Akademie Villigst in Schwerte
Anmeldung:
Frau Huckenbeck

g.huckenbeck(at)kircheundgesellschaft.de

Tel. +49-692304-755-324


Amazonien im Ausnahmezustand - Tausende Indianer verteidigen ihre Rechte

Peruanische Regierung soll Konfrontation mit indigenen Völkern beenden und Dialog suchen

GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG   Göttingen, den 20.08.2008

Mit dem dringenden Appell, ihre Konfrontation mit den indigenen Völkern des Amazonasgebietes zu beenden und den Dialog mit den protestierenden Ureinwohnern zu suchen, hat sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag an die Regierung von Peru gewandt. "Dem entschlossenen, zugleich aber auch verzweifelten Widerstand der Indigenen gegen den Ausverkauf ihrer Lebensgrundlage mit Gewalt zu begegnen, ist der falsche Weg: Diese Gemeinschaften kämpfen um ihr nacktes Überleben und um ihre verbrieften Rechte", schrieb die internationale Menschenrechtsorganisation an den Präsidenten und an den Ministerpräsidenten des südamerikanischen Landes, Alan García und Jorge del Castillo. Die GfbV kündigte gleichzeitig an, dass sie in den kommenden Tagen Hunderte von kirchlichen Institutionen, Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen in der westlichen Welt anschreiben werde mit der Bitte, sich ebenfalls für die Sache der Indigenen in Peru stark zu machen.

Über die Köpfe der Amazonasindianer hinweg habe die Regierung mehr als 30 neue Gesetze erlassen, die den Verkauf von Gebieten indigener Völker erleichtern, kritisierte die GfbV. Damit seien internationale Richtlinien zum Schutz der Ureinwohner verletzt worden wie die Allgemeine Erklärung der Vereinten Nationen zu den Rechten der indigenen Völker. Auch die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour
Organisation), die die Rechte der Indigenen verbindlich festschreibe und von Peru ratifiziert worden sei, werde jetzt offenbar ignoriert, um den Verkauf riesiger Waldgebiete an multinationale Konzerne zu beschleunigen. Diese sind besonders an der Förderung des dort lagernden Erdöls und Erdgases interessiert.

In Peru haben in den vergangenen Tagen Tausende von Indianern in
verschiedenen Landesteilen Öl- und Gasanlagen, Wasserkraftwerke, Straßen und Brücken besetzt. Die Regierung hat in den vier Provinzen Bagua, Utcubamba, Datem el Maranón und La Convención den Ausnahmezustand ausgerufen und die Armee in die Krisenregionen entsandt.

Die Öl- und Gasförderung im Amazonasgebiet hat bereits schwere Umwelt-schäden verursacht und die Lebensgrundlage sowie die Gesundheit vieler indigener Völker zerstört. Das Camisea-Projekt im Südosten des Landes (Urubamba) ist das größte Gasförderungsprojekt der peruanischen Geschichte. Es hat schwerwiegendste Folgen für die 8700 Machiguenga sowie die kleinen Gemeinschaften der Nahua, Nanti und Kirineri. Beinahe 75 Prozent der Gasförderung finden in einem Gebiet statt, in dem es kleine indigene Völker gibt, die in freiwilliger Isolation leben. Rund 70 Prozent der peruanischen Amazonasregion ist bereits in so genannte Erdölblocks aufgeteilt, darunter einige Naturschutzgebiete.

Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar
, Pressereferentin




Fotos:


AIDESEP

Internationaler Tag der indigenen Völker - indigene Rechte stärken!

Pressemitteilung vom 7. August 2008

 

Klimaschutz und der Erhalt der Biodiversität werden immer wichtiger, nicht nur für das Überleben indigener Völker, sondern der gesamten Menschheit. Die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für den Klimawandel, den globalen Verlust an Biodiversität sowie die Übernutzung der Ressourcen lenkt immer stärker die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der indigenen Strategien für eine nachhaltige Entwicklung.

Das Überleben indigener Völker ist weltweit jedoch zunehmend gefährdet. In vielen Regionen der Erde werden Ökosysteme zerstört und den dort lebenden Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Die indigenen Völker der Regenwälder leiden unter illegaler Abholzung, der Ausweitung von Soja-  und Palmölplantagen sowie der Förderung von Erdöl. Sie verlieren den Zugang zu ihrem Land, ihr Trinkwasser wird verseucht, Krankheiten breiten sich aus. Aber auch Anfeindungen durch die nicht-indigene Bevölkerung und der Zuzug von Siedlern zerstören ihre Lebensweise.

Tropenwälder sind nicht nur ein Lebensraum indigener Völker, als grüne Lungen schützen sie das Klima unserer Erde. Die Folgen des Klimawandels in den Regenwaldgebieten, Verschiebungen der Vegetationszonen oder Dürren, sind von der dort lebenden Bevölkerung deutlich zu spüren. Aus diesen Gründen sind Städte und Gemeinden in Europa im Rahmen des Klima-Bündnis eine Partnerschaft mit den indigenen Völkern des Amazonasgebietes eingegangen. Gemeinsam setzen sie sich für den Schutz des globalen Klimas ein. Die europäischen Kommunen verringern ihre Treibhausgas-Emissionen und die AmazonasbewohnerInnen kämpfen für ihren Lebensraum Regenwald. Das Klima-Bündnis unterstützt seit 15 Jahren indigene Organisationen durch Projektpartnerschaften vor Ort und bei ihrer politischen Arbeit. Die Mitglieder im Klima-Bündnis leisten somit einen Beitrag zur internationalen Anerkennung der Rechte indigener Völker.

Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis: "Die Strategien der indigenen Völker, die immer als veraltet und primitiv angesehen wurden, zeigen sich immer deutlicher als zentrale Elemente für eine nachhaltige Strategie für den Erhalt der Ressourcen und der Bekämpfung des Klimawandels. Schließlich haben sie die Regenwälder weltweit über Jahrtausende genutzt ohne sie zu zerstören und damit große Kohlenstoffspeicher erhalten, die jetzt geplündert werden."

Die Öffentlichkeit soll auch in Europa weiter über die Rechte indigener Völker informiert werden. Gemeinsam mit weiteren Organisationen des ILO 169-Koordinationskreis und der Evangelischen Akademie Iserlohn veranstaltet das Klima-Bündnis vom 29. bis 31. August 2008 die Tagung "Indigene Völker und Biodiversität - ökologische Herausforderungen, indigene Rechte, politische und ökonomische Realitäten". An der Veranstaltung nehmen indigene Gäste aus Ecuador, Kenia und den Philippinen teil: Tomás Alarcon, Joseph ole Simel und Joji Cariño.

 

Kontakt:
Silke Lunnebach, Tel. +49-69-717139-32
s.lunnebach(at)klimabuendnis.org

 


Deklaration des Internationalen Indigenen Forums zu Biodiversität

Zur Vorbereitung der 9. Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt (CBD COP  9) trafen sich über 130 indigene VertreterInnen in Bonn. Hier wurden gemeinsame Positionen und Strategien abgestimmt. Zur Eröffnung der Konferenz wurden die Positionen den nationalen Delegationen vorgetragen.

Deklaration des IIFB (pdf, 64 KB)

 

 


Wichtige Erfolge der Indigenen Völker in Peru und Brasilien

Sowohl in Brasilien als auch in Peru haben indigene Völker wichtige Erfolge im Schutz ihrer traditionellen Gebiete und des Regenwaldes errungen.

Der brasilianische Justizminister hat die Demarkierung von 18.000 ha im Bundesstat Espirito Santo unterzeichnet. Das ist ein Gebiet, das die Völker der Tupinikim und Guarani seit vielen Jahren für sich beanspruchen. Damit haben diese Völker einen wichtigen Erfolg in einer jahrelangen Auseinandersetzung mit einem der größten weltweiten Zellstoffproduzenten, der Aracruz, errungen. Diese Auseinandersetzung ist geprägt von massiver Gewalt gegen die Indigenen Völker. In dem internationalen Netzwerk von Institutionen, die über die Situation informiert und die Aktionen vor Ort unterstützt haben, ist auch das Klima-Bündnis eingebunden. (weitere Infos)

In Peru hat die argentinische Gesellschaft Puspetrol aufgrund des Drucks der indigenen Gemeinschaften darauf verzichtet 39 neue Ölbohrungen in den indigenen Gebieten am Rio Corrientes durchzuführen. Im Rahmen des Projektes „Schwarzes Gold aus grünen Wäldern“ hat das Klima-Bündnis 2004 eine Delegationsreise mit KommunalvertreterInnen aus Deutschland und Österreich in die Region organisiert. (weitere Infos)


Auf dem Kriegspfad gegen das Öl

Artikel in der ZEIT über die Gemeinde Sarayaku in Ecuador

Auf dem Kriegspfad gegen das Öl

Von Christian Schmidt-Häuer

Internationale Ölkonzerne verwüsten den Urwald in Ecuador. 120 Familien in einem Indianerdorf versuchen, die mächtigen Eindringlinge aufzuhalten.