Indigenen-News

Die alltäglichen Probleme der indigenen Völker in Amazonien sind der Öffentlichkeit kaum bekannt. Diese sind praktisch in allen Anrainerstaaten geprägt von Gewalt und Bedrohungen durch Holzfäller, Siedler, Goldsucher oder Erdölunternehmen. Die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes bedeutet auch die Zerstörung ihrer Existenzgrundlagen. Wir setzen deshalb die Berichterstattung über die Probleme fort, denen Indigene ausgesetzt sind.



Neue Klima-Bündnis-Publikation: UNREDDY - Eine kritische Betrachtung des REDD+-Konzepts und indigene Strategien für einen umfassenden Waldschutz


Mit der vorliegenden Broschüre, die im Rahmen des EU-Projekts „From Overconsumption to Solidarity “ erstellt wurde, wollen wir einen kritischen Blick auf die Entwicklung des REDD+-Instruments werfen und alternativen Ansätze indigener Völker in Amazonien vorstellen.

Im ersten Teil der Broschüre geben wir einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Wald und Klimaschutz sowie die Rolle der indigenen Völker. Weiterhin stellen wir die Entwicklung des REDD+-Instruments im Rahmen des internationalen Klimaprozess kurz dar.
Der zweite Teil beinhaltet eine Zusammenstellung von kritischen Beiträgen zur Idee und Umsetzung der ersten Pilotprojekte sowie deren Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung.
Der dritte und für uns wichtigste Teil befasst sich mit der Darstellung von alternativen Konzepten und Ansätzen, die von indigenen Gemeinschaften und indigenen Organisationen entwickelt wurden. Diese wurden u.a. auf internationalen Konferenzen wie der COP21 in Paris vorgestellt und mit VertreterInnen von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren diskutiert. Hier kommen auch indigene Frauen aus Peru zu Wort: Sie haben aus ihrer Sicht eine Erklärung zum Thema Klimawandel erarbeitet.
Abschließend veröffentlichen wir einen Beitrag von Uwe Schölmerich, Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft in Eitorf / Bonn um darzustellen, wie beispielsweise in Deutschland Waldschutz in praktiziert wird – auch wenn es in Europa natürlich sehr viele verschiedene Ansätze gibt.

Die Publikation ist online verfügbar, bei Interesse an gedruckten Broschüren melden Sie sich bitte bei uns direkt.

Kontakt: klimagerechtigkeit(at)klimabuendnis.org



Einladung zur Abendveranstaltung mit Carmen Aguilar, „Frente de Defensa de la Amazonía“ aus Ecuador l Montag, 19. Oktober 2015 l 19 Uhr l Café La Victoria l Bonn


Ecuador ist eines der ärmsten und gleichzeitig eines der reichsten Länder in Südamerika: Nach dem Bruttoinlandsprodukt steht es an vorletzter Stelle und das Risiko unter Katastrophen zu leiden, ist hoch. Pluspunkte sind eine enorme kulturelle und biologische Vielfalt sowie der Reichtum an fossilen Ressourcen: Der größte Exportschlager ist Erdöl. Alleine 2013 betrug der Anteil der Erdölexporte 31 Prozent an den Staatseinnahmen.
Die ersten Ölfelder wurden im Norden von Ecuador 1967 vom US-amerikanischen Erdölunternehmen Texaco – heute Chevron – entdeckt. Dies führte zu einem Erdöl-Boom, der die Region bis zum heutigen Tag veränderte: Zahlreiche Straßen, Pipelines und Ölanlagen wurden gebaut. Während der gesamten Erdölförderungen wurden Milliarden Liter von giftigen und unbehandelten Abfällen, Gas sowie Rohöl freigesetzt.
Die Menschen in der Region setzten sich zur Wehr und gründeten die Frente de Defensa de la Amazonía (Koalition zur Verteidigung Amazoniens, FDA) – ein Zusammenschluss von 30.000 EinwohnerInnen – Indigene und
zugewanderte Siedler. Sie verklagten den Konzern und nach vielen Prozessjahren wurde Chevron zu einer Schadensersatzzahlung von 9 Milliarden Dollar verurteilt. Die Zahlung steht bis heute aus.
Carmen Aguilar war die erste Frau, die zur Präsidentin der Frente gewählt wurde und ist heute im Vorstand der Organisation. Seit den 1980er Jahren ist sie aktiv in der indigenen Bewegung in der Provinz Sucumbíos und hat sich vor allem für die Rechte der indigenen Frauen eingesetzt. Sie wird uns über die Situation in der Region berichten und die Strategien der dort lebenden Menschen aufzeigen.
Im Anschluss an den Bericht von Carmen Aguilar, möchten wir mit Ihnen und Euch Alternativen zum Extraktivismus diskutieren und anhand weitere Beispiele vorstellen, wie sich auch an anderen Orten die lokale Bevölkerung gegen die Zerstörung ihres Lebensraums einsetzt.

 

Los geht's um 19 Uhr - der Eintritt ist kostenlos!

Zur Einladung



Veranstaltungshinweis: REDD und (k)ein Ende?

Wald und Land vor und nach dem UN-Klimagipfel in Paris

Mittwoch 21.10.2015 um 10 Uhr in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin

In dem Fachseminar wollen wir den aktuellen Stand von REDD+ darstellen und die Perspektiven der Ausweitung des REDD-Mechanismus auf andere Formen der Landnutzung analysieren. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die deutsche Beteiligung an der Finanzierung von REDD+ gerichtet werden.

Im Anschluss an das Fachseminar wollen wir interessierten Gruppen die Gelegenheit geben, eine gemeinsame Positionierung zu REDD+ im Vorfeld des Anfang Dezember anstehenden UN-Klimagipfels (COP21) in Paris zu formulieren.

 

Weitere Informationen und Anmeldung



Indigene Territorien entscheidend für globales Klimaabkommen

Presseerklärung zum Internationalen Tag der indigenen Bevölkerung der Welt

 

 

Zum Tag der indigenen Völker bestärken Amazonas-Indianer die Forderung über die weitere rechtliche Anerkennung ihrer Gebiete

 

Frankfurt am Main, 6. August 2015

 

Um auf den diesjährigen Internationalen Tag der indigenen Bevölkerung der Welt hinzuweisen, wiederholen indigene Führungspersönlichkeiten aus dem Regenwald Amazoniens ihren Vorschlag, der 96 Gigatonnen CO2 binden könnte – eine Summe, die den weltweiten Emissionen von 2010, 2011 und 2012 entspricht. Das als „Indigenes REDD+” oder RIA bekannte Programm ist ein Beitrag für den Klimaschutz, der auf einer nachhaltigen Bewirtschaftung indigener Regenwaldterritorien im Amazonasbecken basiert. Diese Territorien belaufen sich auf 2,4 Mio. km² Regenwald, ein Gebiet fast achtmal so groß wie Italien. Nur wenig mehr als 100 Tage vor den UN-Klimaverhandlungen in Paris bietet die RIA-Initiative einige der so dringend benötigten Antworten.

Während der Beitrag zum Klimaschutz der Initiative an sich schon beeindruckend ist, reicht er noch weit über die bloßen Vorteile der Reduzierung globaler Emissionen hinaus: „RIA verhindert nicht nur den Ausstoß von Treibhausgasen, sondern bringt auch weitreichende positive soziale Effekte durch den Schutz und die rechtliche Anerkennung indigener Territorien mit sich, während die ganze Bandbreite von Ökosystemleistungen, die die Wälder bieten, geschützt wird,” betont Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis. Die Idee ist einfach: Die rechtliche Anerkennung indigener Territorien gewährleisten und die BewohnerInnen dieser Gebiete in dem zu unterstützen, was sie schon immer getan haben – den Wald, ihr Zuhause, schützen. Dieser einfache Plan hilft, sowohl indigene Existenzgrundlagen als auch komplexe Wald-Ökosysteme zu bewahren, die die Regulierung von Wetter, Nährstoff-, Boden- und Wasserkreisläufen bieten. Da der Plan auf der rechtlichen Anerkennung von indigenen Territorien basiert, ist er außerdem extrem kosteneffizient und bedarf wenig neuer Infrastruktur. „Wir haben seit Jahrtausenden nachhaltige Waldwirtschaft betrieben – helft uns, dies weiterhin zu tun und dabei die Erde zu retten”, mahnt Jorge Furagaro von COICA, der Dachverband der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens.

Von den 2,4 Mio. km² indigener Territorien im Regenwald Amazoniens müssen noch etwa eine Mio. km² offiziell anerkannt werden. Geschätzte 20 Prozent davon sind bedroht, aufgrund von äußerem Druck wie Erdölförderung, Infrastrukturprojekten und großflächiger agroindustrieller Nutzung verloren zu gehen. Diese Territorien sind nicht nur die Heimat ganzer Bevölkerungsgruppen, sie sind auch von überproportionaler Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel: Die aktuelle Studie „Kohlenstoff im Regenwald Amazoniens” weist auf die Tatsache hin, dass sich über die Hälfte des in dem 9-Länder-Gebiet des Amazonasbeckens gespeicherten Kohlenstoffes in indigenen und geschützten Gebieten befindet. Dies entspricht mehr als die Summe, die in den Wäldern der DR Kongo und Indonesiens zusammen gespeichert wird.

Der ursprünglich von der COICA propagierte Vorschlag erhält als sozialverträgliche Alternative zu den UN-REDD-Programmen zunehmend Unterstützung. Sieben Pilotprojekte in verschiedenen südamerikanischen Ländern werden zurzeit eingeführt. Ein Beispiel ist ein Projekt in der Reserva Amarakaeri in Peru, in welchem die Außengrenzen der Schutzgebiets mit der finanziellen Unterstützung der Hansestadt Rostock, Mitglied des Klima-Bündnis, vor Bergbau- und Holzeinschlagaktivitäten geschützt werden. Andererseits wurde das UN-REDD-Programm, das auf dem Gedanken des Handels mit Kohlenstoffzertifikaten basiert, sowohl wegen seines auf Emissionen eingeschränkten Ansatzes als auch wegen seiner Unfähigkeit, der Entwaldung aufgrund von Infrastrukturprojekten, großflächiger industrieller Landwirtschaft und Bergbau zu begegnen, kritisiert.

Kein ernst gemeinter weltweiter Klimaschutzplan kann es sich leisten, die immensen Mengen von Kohlenstoff, die in indigenen Territorien in Amazonien gespeichert werden, zu ignorieren. In diesem Jahr, dem Europäischen Jahr der Entwicklung (EYD2015), werden die neuen Nachhaltigkeitsziele beschlossen und es wächst die Einsicht, Vorschläge aufzunehmen, die  indigene Völker als bestmögliche Hüter ihrer eigenen Territorien bei den UN-Klimaverhandlungen im Dezember in Paris anerkennen.

Weitere Informationen und Fotos


KONTAKTE
Sarah Mekjian
Klima-Bündnis
T. +49 (0)69 – 717139 -20
s.mekjian(at)climatealliance.org   
 
Silke Lunnebach
Klima-Bündnis 
T. +49 (0)69 – 717139 -32 
s.lunnebach(at)climatealliance.org



09. Juli, 19:30 im Haus am Dom, Frankfurt: Dokumentarfilm "Count-Down am Tapajós"

Premiere des Dokumentarfilms "Count-Down am Tapajós" am 09. Juli, 19:30, im Haus am Dom (Domplatz 3) in Frankfurt am Main.

 

„Fluss, Land, die Wälder und die Fische. All das bedeutet Leben“, sagt Krixi Munduruku. Doch das ist jetzt in Gefahr. Am Tapajos, einem der großen Nebenflüsse des Amazonas. Dort will die  brasilianische Regierung sieben Großstaudämme errichten. Rund 200 000 Hektar Urwald sind bedroht. Und Indigene wie die  Munduruku.

Doch die Munduruku haben die Landvermesser verjagt, Straßen blockiert  und Ende 2014 eine große Protestversammlung durchgeführt. Gemeinsam mit drei katholischen Bischöfen, darunter Bischof Kräutler vom Nachbarfluss Xingu, an dem gerade der drittgrößte Staudamm der Welt entsteht.

Mit über Hundert neuen Staudämmen will Präsidentin Dilma Rousseff  angeblich den Energiehunger Brasiliens stillen. Doch in Wirklichkeit geht es um Milliarden für Baukonzerne und illegale Parteienfinanzierung. „Das ist eine  kriminelle Vereinigung“, sagt der katholische Bischof von Santarem. Und verweist auf den Korruptionsskandal „Petrolao“, bei dem es gerade ums politische Überleben der Präsidentin geht. Doch auch europäische Weltfirmen wie Siemens wollen am Staudammboom kräftig mitverdienen. Dabei gäbe es längst Alternativen: die Solar- und Windenergie. Eine spannende Reportage von Martin Keßler. Im Vorfeld der großen Papstenzyklika zur Bedrohung der Schöpfung, in die die Erfahrungen am Xingu und Tapajos mit eingeflossen sind.

 

Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit Thomas Brose, Martin Keßler, Thomas Schmidt und Dr. Thomas Seiterich statt.

 

Als Kooperationspartner der Veranstaltung freut sich das Klima-Bündnis Sie im Haus am Dom zu begrüßen!

 

Weitere Informationen



„Wird der Wald für den Klimaschutz verheizt? Die Ressource Wald im Spannungsfeld unterschiedlicher Schutzinteressen und Alternativen indigener Völker“

Fachtagung des Klima-Bündnis in Kooperation mit INFOE-Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie und der Stadt Bonn am Freitag, 12. Juni, 9 Uhr in Bonn

 

Wälder sind in vieler Hinsicht wertvoll und bedeutend: Für die biologische Vielfalt, den Klimaschutz, als unmittelbare wirtschaftliche und kulturelle Lebensgrundlage von etwa 60 Millionen WaldbewohnerInnen weltweit, als erneuerbare Energiequelle sowie als Naherholungsgebiet für Bürgerinnen und Bürgern.
Verfolgen wir die aktuellen Diskussionen zum Klimaschutz und zur Energiewende, so stehen in erster Linie zwei Werte bzw. Funktionen des Waldes im Vordergrund: Der Wald als (Energie-)Ressource und Wald als „Klimaschutz-Instrument“ und damit seine Reduzierung auf eine reine CO2-Senke, bzw. -Quelle. Die sozio-kulturelle und spirituelle Bedeutung wie auch die biologische Vielfalt von intakten Waldökosystemen stehen dabei im Hintergrund – um nicht zu sagen in Konkurrenz zu wirtschaftlichen und vordergründig ökologischen Interessen.
Wie kann angesichts dieser oft spannungsgeladenen Gemengelage Waldschutz in Deutschland und weltweit gelingen? Was verstehen wir bei dieser Vielschichtigkeit im Zusammenhang mit Waldbewirtschaftung unter „Nachhaltigkeit“ auf den verschiedenen Ebenen? Was können wir in dieser Hinsicht von indigenen Völkern lernen, die beispielsweise mit ihren Ansätzen wie RIA (REDD+ Indígena Amazónico) zeigen, wie
fünf Mio. Hektar Regenwald im Amazonasgebiet von indigenen Gemeinschaften geschützt werden?

Diese Fragen möchten wir gemeinsam mit indigenen VertreterInnen, WaldnutzerInnen, KlimaschutzverhandlerInnen, WissenschaftlerInnen und anderen Engagierten und Interessierten diskutieren.

 

Die Veranstaltung wird simultan ins Englische, Deutsche und Spanische übersetzt.

 

Bitte melden Sie sich hier für die Veranstaltung verbindlich an, die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Termin: Freitag, 12. Juni 2015, 9 bis 16:30 Uhr
Veranstaltungsort: LVR Landes Museum Bonn, Colmantstraße 14 – 16, 53115 Bonn (in fußläufiger Nähe zum Hauptbahnhof Bonn) www.landesmuseum-bonn.lvr.de

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 


 

Tagungsbericht

 

Vielen Dank für das zahlreich Erscheinen, die spannende Diskussion und den regen Austausch!

Anbei die Präsentationen der ReferentInnen:

Erfahren Sie mehr zu den Inhalten der Veranstaltung im Bericht von INFOE e.V. und dem Beitrag von Schattenblick.





Entwicklungsalternativen konkret - Indigener Vertreter in Europa unterwegs!

Mai 2015: Eriberto Gualinga von der indigenen Gemeinde Sarayaku in Ecuador war als Berater für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Luxemburg und Belgien unterwegs.


Was bedeutet Nachhaltigkeit konkret? Wie sieht ein gerechtes und gutes Leben für alle aus? Um diesen Fragen nachzugehen, startete das Klima-Bündnis mit 16 Partnerstädten und –Organisationen aus zehn europäischen Ländern und den indigenen Partnern Amazoniens im Januar diesen Jahres das Projekt „EYD2015: The future we want. Local Authorities for Sustainable Development“. Seit Anfang Mai stehen auch die ersten Elemente der europaweiten Kampagne „Gutes Leben ist einfach“ zur Verfügung. Mit positiven Beispielen und  frechen Sprüchen werden BürgerInnen direkte Handlungsalternativen angeboten – „Warum Bleifuß, wenn ich einen Knackarsch haben kann? – Radfahren statt Autofahren.“
Neben dieser Kampagne, stehen vor allem „Beratungsreisen“ indigener VertreterInnen nach Europa im Fokus des 3-jährigen Projekts. Wie wollen wir in Zukunft leben? Und was können wir hier von unseren indigenen Partnern aus den Regenwäldern lernen? Diese Fragen werden mit den Gästen aus dem Süden auf drei Delegationsreisen diskutiert.


Eriberto Gualinga von der Gemeinde Sarayaku aus Ecuador war als erster Berater für Nachhaltigkeit vom 21. April bis 8. Mai in Deutschland, Luxemburg und Belgien unterwegs. Er präsentierte seine Arbeit als indigener Filmemacher, informierte über die aktuelle Lage in Ecuador und beriet KommunalvertreterInnen, PolitikerInnen und BürgerInnen in Sachen Nachhaltigkeit.

 

Zur Pressemitteilung



Eklat um Bundestagsdelegation nach Ecuador

04-12-2014 - Die Regierung in Quito verweigert deutschen Parlamentariern wenige Tage vor einer geplanten Delegationsreise die Einreise wegen Mängel in der Ausgeglichenheit des Besuchsprogramms.

 

Weitere Informationen hier

Zur ecuadorianischen Position Infos hier



Klimakonferenz, COP 20 Lima: Side-Event zum Thema "REDD and Beyond"

Anfang Dezember findet in Lima, Peru, die jährliche UN Klimakonferenz statt. Das Klima-Bündnis lädt zur Diskussion zum Thema REDD ein.

Das Klima-Bündnis und die Universität Lund realisieren zusammen mit Oro Verde und weiteren Organisationen dieses Side-Event, in dem Experten und Interessengruppen die soziale Integration von REDD Prozessen und Erfahrungen mit dem Schwerpunkt politische und finanzielle Instrumente zum Schutz der Wälder analysieren. Sie beurteilen die Fähigkeit indigener Völker und anderer gefährdeter Waldnutzer, an solchen Prozessen zu partizipieren und Nutzen daraus zu ziehen.

Donnerstag, 4. Dezember 2014, UN Climate Change Conference COP 20: Side-Event: REDD and Beyond: International and Indigenous Strategies in Forest Protection



Diskussionsrunde mit den brasilianischen Indigenen-Anführern Benk Piyako Ashaninka und Puwé Luis Puyanawa in Hamburg

Am 12. Dezember 2014 endet die UN-Weltklimakonferenz (COP20) in Lima, Peru. Eines der Hauptthemen ist der Schutz von wichtigen Kohlenstoffsenken wie der Amazonas-Regenwald.

Auf dem Programm der Veranstaltung stehen Vorträge von Beko Piyako Ashaninka und Puwé Luis Puyanawa und im Anschluss eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wer trägt die Verantwortung für den Amazonas-Urwald?". An dieser Diskussion werden VertreterInnen von Zivilgeselschaft, Wissenschaft und Politik / Wirtschaft teilnehmen.

12. Dezember 2014, 18:30 Uhr, Diakonisches Werk, Hamburg-Altona, Eintritt frei.



Finanzierungsinstrumente von EuropeAid


Der europäische Dachverband der NRO in Brüssel, CONCORD, hat eine Übersicht über die neuen Finanzierungsinstrumente der Periode 2014 bis 2020 veröffentlicht.

Der Guide ist online verfügbar.

 

 



Pressemitteilung zur Ermordung von indigenen Aktivisten durch Holzfäller in Peru

Referent Joachim Lorenz und Klima-Bündnis verurteilen die brutale Ermordung von indigenen Aktivisten durch Holzfäller in Peru. In Peru wurden Anfang September vier indigene Vertreter vom Volk der Asháninka bei einem Hinterhalt ermordet. Zur Pressemitteilung



Pressemitteilung des Klima-Bündis zum Internationalen Tag der Indigenen Völker weltweit am 9. August 2014

Frankfurt, 8. August 2014

 

Perus Fortschritt – Rückschritt für indigene Rechte
Extraktive Industrie führt zu sozialer Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung


Peru ist ein reiches Land. Reich an natürlichen Ökosystemen, einer unglaublichen biologischen und kulturellen Vielfalt, an Bodenschätzen wie Gold und Silber im Andenhochland und Erdöl und -gas im Amazonasgebiet. Reich an Menschen und vielen verschiedenen indigenen Völkern. Doch dieser Reichtum führt nicht zum viel beschworenen nationalen Fortschritt und einem „guten Leben“ für alle. Im Gegenteil: Die Ausbeutung der fossilen Ressourcen führt zu sozialen Konflikten, zur Verletzung der Menschen- und speziell der indigenen Rechte, zu Armut und der Zerstörung der Umwelt in immensen Ausmaßen.


Tatort Andenhochland


Die Nachrichten, die uns dieser Tage aus Peru erreichen, sind erschreckend: Máxima Acuña Chaupe, eine indigene Bäuerin aus dem nördlichen Andenhochland, wurde diese Woche zu einer Bewährungsstrafe von fast drei Jahren und einer Geldstrafe von 1.000 US-Dollar verurteilt. Aber was hat sie verbrochen?

 

Máxima lebt mit ihrer Familie auf ihrem Hof und ihrem Land in der Nähe von Celendín, Provinz Cajamarca. Hier befindet sich auch die größte Goldmine Lateinamerikas: Yanacocha. Eine Erweiterung ist das umstrittene Projekt „Conga“ im Nordosten. Auch hier soll Gold wie auch Kupfer im Tagebau gewonnen werden. Seit Jahren kauft die Minengesellschaft, ein Konsortium aus Newmont, Buenaventura und des IFC (Weltbank), das umliegende Land auf – teils gegen großen Widerstand der Landbevölkerung, denn sie verliert ihre Lebensgrundlage. Máxima und ihre Familie wollen ihr Land nicht verkaufen. Sie werden deshalb immer wieder bedroht und attackiert.


Im August 2011 verschaffen sich Sicherheitsbeamte des Bergbauunternehmens mit Unterstützung der Polizei gewaltsam Zutritt zu ihrem Hof. Die Familie wird verprügelt, vertrieben, ihr Hab und Gut zerstört. Ihnen wird vorgeworfen, nicht die rechtmäßigen Eigentümer des Landes zu sein. Máxima wehrt sich gegen die Enteignung ihres Landes, erstattet Anzeige und geht vor Gericht.
Am 5. August 2014 wurden Máxima, ihr Mann und zwei weitere Familienmitglieder vor dem Gericht in Celendín schuldig gesprochen. Ihnen wird vorgeworfen illegal Land von Yanacocha zu besetzen. Ihre Anwältin hat Berufung eingelegt.


Tatort Amazonasgebiet


Im Mai und Juli dieses Jahres bricht eine Pipeline in der Nähe der indigenen Gemeinde Cuninico, Provinz Loreto im peruanischen Amazonasgebiet. Mehrere Quadratkilometer Regenwald sind betroffen. Der Unfall wird vom nationalen Erdölunternehmen Petroperú offiziell nicht bestätigt, die Bevölkerung nicht gewarnt. Leidtragende sind verschiedene Kukama-Gemeinden rund um den Río Marañon und seiner Zuflüsse: Wasser und Boden sind verseucht, in den Flüssen treiben tote Fische, Tiere verenden im Erdöl. In Teilen der Region wird der Notstand ausgerufen. Die indigene Bevölkerung erhält kaum Unterstützung, junge Männer werden als Tagelöhner rekrutiert. Ohne Schutzkleidung versuchen sie das ausgelaufene Rohöl aufzusammeln.


Während der Delegationsreise des Klima-Bündnis im Juni 2014 nach Peru (siehe Pressemitteilung des Klima-Bündnis vom 12. Juni 2014) konnten sich die Teilnehmer/-innen mit eigenen Augen ein Bild von den Folgen unseres Konsums an Rohstoffen machen. Ein Treffen mit Máxima Chaupe, die ihre Geschichte erzählte, war für alle sehr bewegend. Im Amazonasgebiet besuchte die Delegation u. a. die Kukama-Gemeinde „Dos de Mayo“, die über die Auswirkungen der Erdölförderung und der jüngsten Zwischenfälle berichtete. Die europäische Delegation solidarisierte sich mit dem Protestcamp verschiedener indigener Gemeindevertreter/-innen auf einem Hauptplatz von Iquitos. Sie forderten von der peruanischen Regierung Gehör und eine Strategie zur Lösung des Umweltdesasters.


Holger Matthäus, Senator für Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock, Vorstandsmitglied des Klima-Bündnis und Teilnehmer der diesjährigen Delegationsreise: „Nirgends sind Menschen- und Umweltrechte so eng miteinander verknüpft wie bei indigenen Völkern. Gerade unsere deutsche Regierung sollte bei Umsetzung des peruanisch-deutschen Vertrags über die gemeinsame Erschließung von Bodenschätzen, den sie im Juli 2014 unterzeichnet hat, auf die konsequente Einhaltung europäischer Standards achten!“


Menschenrechts- und Umweltorganisationen kritisieren dieses Abkommen. Die darin vereinbarten Mechanismen zur Achtung der Menschenrechte sind sehr vage. Zwar gibt es in Peru viele gesetzliche Regelungen zum Schutz der Umwelt und der Menschenrechte – Peru hat u. a. die Konvention Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO 169) unterzeichnet – jedoch kommen diese nicht immer zur Anwendung. Das diesjährige Motto der Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag der indigenen Völker weltweit“ lautet: „Die Lücke schließen: Indigene Rechte implementieren“ und hat damit erkannt, dass es nicht nur um eine Verbesserung des Rechtsrahmens indigener Völker geht, sondern vor allem um die Durch- und Umsetzung ihrer Rechte. Holger Matthäus: „Als Bündnispartner indigener Völker steht das Klima-Bündnis beratend, aber auch kontrollierend zur Seite.“

 

Pressemittelung als Download (pdf, 96 KB)

 

Weitere Informationen:


Silke Lunnebach, Telefon: +49 69 71 71 39-32

Facebook-Seite des EU-Projekts „From Overconsumption to Solidarity“ mit vielen Informationen zum Thema und zur Delegationsreise


Blog von Emil Benesch, Klimabündnis Österreich zur Delegationsreise


Artikel von Klima-Bündnis Luxemburg / ASTM


Pressemitteilung des Klima-Bündnis zur Delegationsreise

 

Blog von Santa Rita de Castillla mit Informationen und Filmausschnitten (auf Spanisch)


Hier erfahren Sie mehr über das Klima-Bündnis

 

Fotos zum Download:

weitere Bilder auf Anfrage

 

Máxima Chaupe mit Unterstützer/-innen vor dem Gericht von Celendín im Juni 2014, Quelle: Christian Mohr für das Klima-Bündnis (4,8 MB)

Yanacocha - die zweitgrößte Goldmine der Welt, Quelle: Walter Silvera für das Klima-Bündnis (2,4 MB)


Kukama-Gemeinde "Dos de Mayo" am Rio Marañon, Quelle: Christian Mohr für das Klima-Bündnis (7,7 MB)

 

 

 




Máxima Chaupe mit Unterstützer/-innen vor dem Gericht von Celendín im Juni 2014, Quelle: Christian Mohr für das Klima-Bündnis


Yanacocha - die zweitgrößte Goldmine der Welt, Quelle: Walter Silvera für das Klima-Bündnis


Kukama-Gemeinde "Dos de Mayo" am Rio Marañon, Quelle: Christian Mohr für das Klima-Bündnis


Unfallstelle am oberen Rio Marañon, Quelle: Parroquia Santa Rita de Castilla


Mitmachen bei neuer Runde der Klimapartnerschaften mit Lateinamerika

Die SKEW (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt) ruft zur Beteiligung am Projekt "50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015" auf. Gesucht werden Kommunen, die Partnerschaften mit Kommunen in lateinamerikanischen Ländern pflegen. Unverbindliche Interessenbekundung bis 15. August.

 

"Möchten Sie das Know-how Ihrer Kommune im Bereich Klimaschutz international nutzbar machen? Haben Sie vom Projekt der kommunalen Klimapartnerschaften gehört und Interesse, sich daran zu beteiligen? Pflegen Sie Kontakte zu Akteuren in lateinamerikanischen Ländern, mit denen Sie gemeinsam zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung arbeiten möchten? Dann ist Ihr Engagement gefragt! Das Projekt „50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ geht in die vierte Runde. Aufgrund der großen Resonanz der zweiten Projektphase mit einem regionalen Fokus auf Lateinamerika suchen wir auch dieses Mal wieder Kommunen, die Partnerschaften mit Kommunen in lateinamerikanischen Ländern pflegen oder eine solche aufbauen möchten. Unverbindliche Interessenbekundungen können bis zum 15. August 2014 abgegeben werden. Der Aufruf dazu findet sich auf unserer Internetseite. Der Auftakt der Projektphase selbst ist für Herbst 2014 vorgesehen. Interessierte können sich für weiterführende Informationen und Beratung jederzeit an uns wenden. Als Orientierung kann das im Juli 2014 erscheinende Dialog Global Heft Nr. 32 „Dokumentation der zweiten Phase“ genutzt werden."

 

Kontakt: SKEW, Kurt-Michael Baudach, Telefon 0228 20717-343, kurt.baudach(at)engagement-global.de, www.service-eine-welt.de/klimapartnerschaften/klimapartnerschaften-start.html 



Workshop in der Sapara-Gemeinde Masaramu

Das Klima-Bündnis unterstützt seit einigen Jahren die indigene Frauenorganisation Ashiñwaka im ecuadorianischen Amazonasgebiet.

Ende Juni fand ein mehrtägiger Workshop in der Sapara-Gemeinde Masaramu unter Beteiligung des Klima-Bündnis statt. Ziel des Workshops war die Auswirkungen von Klimawandel, Entwicklungsprojekten und v. a. der Erdölförderung zu verdeutlichen.

In der letzten „Erdölrunde“ im Herbst 2013 wurden mehrere Konzessionen im Territorium der Sapara versteigert – u. a. in der Nähe von Masaramu. Die Gemeinde wurde bereits von Unternehmen kontaktiert und Ihnen wurden verschiedene Angebote offeriert. Einige Gemeindemitglieder stehen der Förderung positiv, andere wiederum negativ gegenüber. Der Gemeinde droht eine Spaltung.

 

 

Weitere Informationen: Silke Lunnebach, s.lunnebach(at)klimabuendnis.org, Telefon: 069 71 71 39-32



Auswirkungen des Ressourcenkonsums im Süden – Delegationsreise des Klima-Bündnis nach Peru


Pressemitteilung vom 12. Juni 2014

14 VertreterInnen von Städten und Organisationen aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowakei und Dänemark reisen am 14. Juni nach Peru. Die Delegation aus Europa wird sich während der 10-tägigen Reise mit dem Thema (Über-)Konsum und seinen Auswirkungen in den Produktionsländern befassen. Im Hochland Perus werden sie die massiven ökologischen und sozialen Auswirkungen kennenlernen, die durch den jahrelangen Goldabbau in der Mine Yanacocha entstanden sind. In Gesprächen mit verschiedenen lokalen Akteuren werden die Herausforderungen für die Stadt und die Region Cajamarca diskutiert.

 

Im Anschluss reist die Gruppe nach Iquitos im peruanischen Amazonasgebiet. Auch hier hinterlässt das ökonomische Modell des "Extractivismo" seine zerstörerischen Spuren: Die Erdöl- und Erdgasförderung führt zu Umweltzerstörungen und massiven sozialen Problemen. Die TeilnehmerInnen besuchen eine indigene Gemeinde und tauschen sich mit LehrerInnen über die Bedeutung der Bildungsarbeit für die politische Arbeit der indigenen Völker aus.

 

Weitere Stationen und Gesprächspartner der Delegationsreise sind u. a.:

  • In Lima FEDEPAZ (Ökumenische Stiftung für Entwicklung und Frieden) und AIDESEP (Indigene Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald) als Partnerorganisation des Klima-Bündnis und ASTM / Klima-Bündnis Luxemburg
  • In Cajamarca (und Umland) mit FEDEPAZ und der Umweltorganisation GRUFIDES informieren verschiedene lokale Akteure und Betroffene der Goldmine über die Auswirkungen und Konflikte. Auch mit regionalen und lokalen KommunalvertreterInnen wird es einen Austausch geben.
  • Im Amazonasgebiet in Iquitos wird die Delegation mit dem bilingualen Bildungsprogramm der AIDESEP (FORMABIAP) über die Auswirkungen des Ressourcenabbaus und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen des Klimawandels sprechen. Die StudentInnen werden hier nicht nur zu LehrerInnen ausgebildet, sondern lernen alternativ Entwicklungsmodelle für die indigenen Gemeinden kennen. Das Solarlampenprojekt des Klima-Bündnis in Kooperation mit Pro Vita Andina wird hier erfolgreich eingebunden.

Die Erlebnisse der Reisegruppe können Sie über Facebook mitverfolgen.

Die Reise wird von der Europäischen Geschäftsstelle des Klima-Bündnis in Frankfurt am Main gemeinsam mit Action Solidarité Tiers Monde / Klimabündnis Luxemburg im Rahmen des EU-Bildungsprojektes "From Overconsumption to Solidarity" organisiert.

 

Kontakt und weitere Informationen: Thomas Brose, Tel. +49-69-717139-31, t.brose(at)klimabuendnis.org

Wir organisieren gerne Interviews mit TeilnehmerInnen der Delegationsreise. Ansprechpartnerin hierfür: Sara Schmitt Pacífico, Tel. +49-69-717139-18, s.schmittpacifico(at)klimabuendnis.org

 

www.overconsumption.eu

 

Facebook:

Lesen Sie hier die Erfahrungen der zwei Luxemburger Teilnehmer. Und erfahren Sie auf dem Blog von Emil Benesch (Klimabündnis Österreich) weitere Details zur Reise. Außerdem gibt es noch einen Artikel des Klima-Bündnis Luxemburg.

 



Freitag 6. Juni 13 Uhr in Bonn: COICA - "Amazon Indigenous Redd+ (RIA): Jurisdictional Progress and the road to COP20"


Die COICA zusammen mit dem Klima-Bündnis und anderen Organisationen laden für Freitag, 6. Juni 2014 zu seinem Side Event zum Thema REDD+ nach Bonn ein. Um 13:15 Uhr findet in der Gustav-­Stresemann-­Institut, Langer Grabenweg 68 in Bonn ein Event mit dem Titel "Amazon Indigenous Redd+ (RIA): Jurisdictional Progress and the road to COP20" statt. Neben anderen Teilnehmenden wird auch Jorge Furagaro, der neue stellvertretende Vorsitzender des Klima-Bündnis, an der Veranstaltung teilnehmen.

Als Side Event der 40. Sitzung der "Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (SBSTA)", die vom 4. bis 15. Juni in Bonn stattfindet, wird am Freitag über das aktuelle Thema REDD+ diskutiert werden.



Victoria Tauli-Corpuz ist neue UN-Sonderberichterstatterin

Seit dem 2. Juni 2014 ist die Filipina Tauli-Corpuz die neue UN-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker. Als Nachfolgerin von James Anaya wird sie die Menschenrechte und Grundfreiheiten der indigenen Völker untersuchen und mit Regierungen sprechen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen gegenüber indigenen Völkern hört.

Tauli-Corpuz gründete 1996 das Internationale Zentrum Indigener Völker (Tebtebba) und  betreibt seit dieser Zeit im UN-System Lobbyarbeit für die Rechte der Indigenen Völker.  Von 2005  bis 2009 war sie Vorsitzende  des Permanenten Forums für Indigene Angelegenheiten unter dem Dach der Vereinten Nationen (UNPFII) und ist auch sehr aktiv  in den UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC).



YASunidos in Ecuador sammelt über 750.000 Unterschriften für Yasuní


Nach aktuellen Informationen konnten bis letzten Freitag über 750.000 Unterschriften für den Verbleib des Erdöls im Yasuní-Nationalpark (ITT-Erdölfeld) gesammelt werden! In nur sechs Monaten gelang es dem Bündnis durch eine große Volksbefragung die geforderte Anzahl von 600.000 Unterschriften noch zu übertreffen.
Am Samstag organisierte die YASunídios-Initiative in der Hauptstadt Quito einen Marsch zum Consejo Nacional Electoral (CNE, Nationaler Wahlausschuss) um die Unterschriften zu überreichen. In den kommenden Wochen wird die Gültigkeit der Unterschriften geprüft.
Wir danken allen Klima-Bündnis-Mitgliedern, Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen für Ihr Engagement und Ihre Solidarität!

Zur Pressemitteilung



Tagungsbericht: Rohstoffausbeute und indigene Rechte in der Transformation


Vom 8. bis 10. November 2013 fand in der Evangelischen Akademie Villigst in Schwerte die vom Klima-Bündnis und INFOE in Kooperation mit der Akademie Villigst organisierte Tagung zur Frage "Rohstoffausbeute und indigene Rechte in der Transformation: Zahlen indigene Völker den Preis für den notwendigen Wandel?" statt.

An der Tagung nahmen indigene und internationale VertreterInnen von den Philippinen und aus Kamerun teil und berichteten über menschenrechtliche Probleme im Zusammenhang mit Bergbau in ihren Ländern und Regionen. Die intensiven Diskussionen wurden durch Beiträge von VertreterInnen des BMZ, von RWE, der Wissenschaft und verschiedenen NGOs bereichert. Das Ziel der Tagung war, neben dem Informationsaustausch, insbesondere die Erarbeitung konkreter Strategien und Vernetzungsmöglichkeiten für die weitere Arbeit zum Thema.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Ausstellung des Klima-Bündnis "Wir sind alle Zeugen - Menschen im Klimawandel".

Die Tagung wurde gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst, Misereor und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Anbei ein ausführlicher Tagungsbericht.



2. Amazonienkonferenz und COICA-Kongress


Vom 13. bis 15. Dezember 2013 fand in der kolumbianischen Stadt Villavicencio nahe der Hauptstadt Bogota die 2. Amazonienkonferenz der COICA (Dachverband der nationalen Indianerorganisationen Amazoniens) statt. Ziel dieser großen Veranstaltung war über Bedrohungen zu diskutieren und gemeinsame Positionen zu wichtigen Themen zu finden. Eingeladen waren indigene VertreterInnen aus den neun Anrainerländer Amazoniens sowie Gäste aus staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen. Die Konferenz war die inhaltliche Fortführung der 1. Amazonienkonferenz, die 2011 im brasilianischen Manaus stattfand.

Ein zentrales Thema in Kolumbien war die Bedrohung Amazoniens durch große Infrastrukturprojekte, die im Rahmen von IIRSA umgesetzt werden. IIRSA ist die Abkürzung für die Initiative zur Integration der Regionalen Infrastruktur in Südamerika, ein ehrgeiziges Unterfangen, um die Infrastruktur in Südamerika vor allem in Richtung Pazifik auszubauen. Prof. Carlos Goncalves von der Universität in Rio de Janeiro stellte vor, wie diese Initiative seit 2000 Teil der globalen geo-strategischen Veränderungsprozesse ist. Mit der Verschiebung der geo-politischen Achse vom Atlantik (USA, Europa) zum Pazifik (Asien, vor allem China), dient IIRSA dazu sich diesen Veränderungen anzupassen. Die künftige Infrastruktur, vor allem Brasiliens, das als Großmacht in Südamerika bisher vor allem auf den Atlantik ausgerichtet war, wird in Richtig Pazifik ausgedehnt. So sind bereits etliche Straßen entstanden, die von Brasilien über Peru oder Bolivien an den Pazifik verlängert wurden. Dazu gehört aber auch eine Vielzahl von Staudämmen (wie das umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte in Brasilien) und anderen Infrastrukturprojekte.

Weitere Themenschwerpunkte der Konferenz waren die Weiterentwicklung und Umsetzung des indigenen REDD-Ansatzes (REDD ist die Abkürzung für ein Instrument aus dem internationalen Klimaprozess mit dem die Emissionen aus Waldzerstörung reduziert werden sollen). Es wurde aber auch über alternative Ansätze diskutiert und die Frage wie indigene Konzepte dabei helfen können die wirtschaftlichen Paradigmen (vor allem die auf immer mehr Wachstum ausgerichtete Wirtschaft) zu verändern. Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnis, war zu der Konferenz eingeladen und hat die Arbeit des Klima-Bündnis sowie die Zusammenarbeit mit indigenen Völkern in Amazonien vorgestellt.

Im Anschluss an die Konferenz wurde der IX. Kongress der COICA durchgeführt, der alle vier Jahre stattfindet. Generalkoordinator Edwin Vásquez stellte die Arbeit der COICA der vergangenen vier Jahre vor und berichtete über Erfolge und Herausforderungen. Ein wichtiger Punkt war die Betonung der Bedeutung der Partnerschaft mit dem Klima-Bündnis. Darüber hinaus diskutierte der Kongress auch über politische, wirtschaftliche und strukturelle Fragen der COICA.

Neuer Vorstand gewählt
Am letzten Tag des Kongresses, wurde ein neuer Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt:

  • Edwin Vásquez von der AIDESEP in Peru wurde als Generalkoordinator bestätigt.
  • Vizekoordinator wurde Jocelyn Therese von der FOAG aus Französisch Guyana.
  • Als Bereichskoordinator für Klima und Biodiversität wurde Jorge Furagaro von der OPIAC in Kolumbien gewählt. Jorge Furagaro folgt damit Diego Escobar als Vertreter der COICA im Vorstand des Klima-Bündnis.
  • Bereichskoordinatorin für Internationales und Zusammenarbeit wurde Nelly Romero von der CIDOB in Bolivien.
  • Bereichskoordinator für Territorien und natürliche Ressourcen wurde Guillermo Arana von der ORPIA in Venezuela.
  • Als Bereichskoordinatorin für Gender, Frauen und Familie wurde Josien Tokoe von der OIS in Surinam gewählt.
  • Zum Bereichskoordinator für Politik und Menschenrechte wurde Michael McGarral von der APA in Guyana gewählt.
  • Die Bereichskoordinationen für Erziehung, Wissenschaft und Technologie sowie für Kommunikation und Gesundheit wurden nicht besetzt, da keine Kandidaten nominiert waren.

 

 



Wir solidarisieren uns mit der Stiftung Pachamama in Ecuador


Das Klima-Bündnis hat einen internationalen Aufruf mit unterzeichnet, der sich für die Stiftung Pachamama in Ecuador einsetzt.

 

Am Morgen des 4. Dezember schloss die ecuadorianische Polizei mit einer Resolution des ecuadorianischen Umweltministeriums das Büro der Stiftung in Quito.

 

Diese willkürliche Schließung zeigt das immer härtere Vorgehen der Regierung gegen ihre Kritiker, die sich gegen die Erdölförderung im amazonischen Regenwald und die Missachtung der indigenen Rechte aussprechen.

Die Stiftung setzt sich seit über 15 Jahren aktiv für die Einhaltung der Menschenrechte und das "Recht der Umwelt", welche in der Verfassung Ecuadors festgehalten sind, ein.
Pachamama unterstützt die indigenen Völker im Amazonasgebiet in der Verteidigung ihrer Territorien und Rechte.

 

Hier finden Sie das gesamte Statement mit einer Liste der Organisationen, die den Aufruf mit unterzeichnet haben.