Ecuador: Die Konföderation der indigenen Nationalitäten des ecuadorianischen Amazonasgebietes (CONFENIAE)



Quelle: Klima-Bündnis

Ecuador hat mit über 40 Prozent einen sehr hohen Anteil indigener Bevölkerung (die Angaben variieren je nach Quelle sehr stark). Hierzu zählen 13 indigene Völker mit eigener Sprache, die als "Nationalitäten" anerkannt sind. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe sind die im Hochland lebenden Kichwa. In Amazonien stellen die Shuar mit etwa 110. 000 Indigenen die größte Gruppe dar. Weitere indigene Völker sind u.a. die Chachi (etwa 8.000) und Tsáchila (3.000) im Westen des Landes, sowie Huaorani (2.000), Siona, Secoya, Zápara (ca. 900) und Achuar (5500) im Amazonasgebiet. Seit 1998 hat sich die Rechtsgrundlage für die Indigenen maßgeblich geändert. Mit der Verabschiedung der neuen Verfassung erhielten sie rechtlichen Schutz und Anerkennung. In der Verfassung werden die Rechte der indigenen Völker und der Afroecuadorianer festgehalten. In diesem Zusammenhang wurde eine Behörde, CODENPE (Consejo de Desarrollo de las Nacionalidades y Pueblos del Ecuador) eingerichtet mit dem Ziel, die Gültigkeit der indigenen Rechte einzufordern. Ecuador ratifizierte 1998 die ILO (Internationale Arbeitsorganisation) - Konvention Nr. 169.

 

Die nationale Indigenen-Organisation CONAIE (Konföderation der indigenen Nationalitäten Ecuadors) hat durch ihren beharrlichen Kampf die Anerkennung der kollektiven Rechte der indigenen Völker innerhalb Ecuadors erreicht. Um diese rechtliche Anerkennung zu erreichen, musste die CONAIE eine Vielzahl von Aktionen durchführen. Dazu gehörte neben Protestaktionen und Streiks auch die Beteiligung an Wahlen mit einer eigenen Partei "Pachakutik" (MUPP-NP). Die CONAIE konnte sich so zu einem wichtigen Akteur der nationalen Politik entwickeln. Die Organisationen der indigenen Völker des Tieflands sind in der Konföderation der indigenen Nationalitäten des ecuadorianischen Amazonasgebietes CONFENIAE zusammengeschlossen. Die CONFENIAE gehört zu den Gründungsmitgliedern der COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indigenas de la Cuenca Amazonica). Hauptkonfliktfelder in dieser Region sind die Erdölförderung und die damit verbundene Umweltverschmutzung und die Bedrohung des natürlichen Lebensraumes der Indigenen durch die Ausbreitung von Monokulturen.

 

Die CONFENIAE vertritt heute 13 Organisationen, die neun indigene Nationalitäten mit insgesamt 850 Gemeinden repräsentieren. Erfolge konnte sie beispielsweise beim Aufbau eines eigenen zweisprachigen Erziehungssystems verbuchen.

 

Ecuador: Erdöl und indigene Völker
Indigene Völker und Erdöl im Amazonastiefland Ecuadors

 

Text aktualisiert: Maryhen Jiménez (April 2010)