Kooperation auf europäischer Ebene

Das Klima-Bündnis unterstützt Kampagnen und Initiativen der indigenen Partner zum Schutz der Tropenwälder, z. B. bei aktuellen Bedrohungen einzelner Gebiete, oder auch längerfristige Prozesse, wie etwa der Dialog zwischen Erdölindustrie, Regierungen und COICA.

 

Die Europäische Geschäftsstelle des Klima-Bündnis in Frankfurt am Main koordiniert die Zusammenarbeit mit den indigenen Partnern. Sie beschafft Mittel für die Teilnahme indigener VertreterInnen an den internationalen politischen Prozessen, organisiert bei Bedarf indigene Foren und berät die Partner fachlich. Sie kooperiert mit staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen zur Förderung indigener Organisationen, etwa zur Unterstützung des Erdöldialogprozesses. Außerdem wird sie bei der Projektzusammenarbeit unterstützend tätig, indem sie von den Mitgliedsstädten und -gemeinden finanzierte Projekte indigener Organisationen mit vorbereitet und durchführt. Beiträge assoziierter Klima-Bündnis-Mitglieder werden zu 100 % für die Projektarbeit eingesetzt.

 

In einigen europäischen Ländern haben die nationalen Koordinationsstellen des Klima-Bündnis die Verantwortung für die Förderung regionaler oder lokaler Projekte der indigenen Partner in Amazonien übernommen.

 

Brücken nach Amazonien (DE, 282 KB)

Building Bridges to the Amazon region (EN, 282 KB)

 

Aktuelle Anträge unserer indigenen Partner:

Antrag zur rechtlichen Unterstützung in Peru 



Partnerschaften des Klima-Bündnis

Das Klima-Bündnis ist ein europäisches Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreise, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Die Mitgliedskommunen setzen sich für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vor Ort ein. Die Bündnispartner sind die indigenen Völker in den Regenwäldern Amazoniens.


Viele Kommunen haben beireits über die Jahre stabile Partnerschaften mit indigenen Völkern im Amazonas aufgebaut. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

 



Partnerschaft München - Asháninka



Teddy Sinacay Tomás (Asháninka Vertreter) und Joachim Lorenz (ehemaliger Vositzender Klima-Bündnis)

 

Die aktive Partnerschaft zwischen München und dem indigenen Volk der Asháninka im amazonischen Regenwald Perus besteht seit 14 Jahren. Die Asháninka mit über 60.000 Menschen sind das größte der insgesamt 65 indigenen Völker im Amazonasgebiet, der Name bedeutet „Geschwister, Menschen mit gleicher Sprache“. Ziel ist eine Kooperation auf Augenhöhe zwischen der Landeshauptstadt München - in enger Kooperation mit dem Nord Süd Forum München e.V. - und indigenen Organisationen der Asháninka im zentralen Regenwald.

Die Partnerschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. München profitiert durch persönliche Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Asháninka aus dem Gebiet Rio Negro in Peru. Bei ihren Besuchen in München informieren sie in Bildungseinrichtungen sowie bei Veranstaltungen aus erster Hand über die deutlich sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels, über die veränderten Lebensbedingungen im tropischen Regenwald und über nachhaltige Projekte in ihren Dorfgemeinschaften. München unterstützt die Asháninka durch Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyarbeit und durch vielfältige Kleinprojekte. Die gemeinsamen Ziele sind der Schutz des tropischen Regenwaldes sowie der Erhalt des Lebensraums für die Asháninka und ihrer nachhaltigen Lebensweise.

Der Zusammenschluss der Asháninka- Gemeinden im zentralen Regenwald Perus (ARPI) setzt sich für das Recht auf eigene Territorien und kollektive Landrechte ein, für die Stärkung der indigenen Rechte, Kultur und Bildung, für die Einhaltung der Menschenrechte und für eine transparente und gleichberechtigte Zusammenarbeit mit staatlichen und privaten Organisationen.

Bereits 2003 wurde von Asháninka- Delegierten ein „Sekretariat für indigene Angelegenheiten“ im Gebiet Rio Negro gegründet. 2007 wurde es als „Referat für die Entwicklung des Volkes der Asháninka - Sub-Gerencia de Desarrollo del Pueblo Asháninka (SGDPA)“ mit eigener Kompetenz und Personal in die Gemeindeverwaltung des Distriktes Rio Negro integriert. Die Aufgaben des Referats sind die Vertretung der indigenen Dorfgemeinschaften gegenüber der Gemeindeverwaltung, die Sicherstellung der Kommunikation und Transparenz sowie die Koordination und Betreuung von Projekten in indigenen Gemeinden im Gebiet Rio Negro. Die indigenen Dorfgemeinschaften entscheiden auf regelmäßig stattfindenden Kongressen über Projekte und Vorhaben in den Gemeinden. 2010 wurden folgende Arbeitsschwerpunkte festgelegt: Sicherung der indigenen Territorien und Schutz der Umwelt, Wiederaufforstung, Stärkung der indigenen Beteiligung an der lokalen Regierung, Forderung nach Mitentscheidung beim Gemeindehaushalt (Bürgerhaushalt), Stärkung der indigenen Ökonomie, Förderung der interkulturellen zweisprachigen Bildung (Erhalt der indigenen Sprachen) und des Gesundheitswesens in den Gemeinden.

 

Erfahren Sie in dieser Broschüre, herausgegeben vom Referat für Umwelt und Gesundheit, mehr über die Partnerschaft. "Die Broschüre bietet ausführliche Hintergrundinformationen über die Beteiligung Münchens im Klima-Bündnis europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V. Vorgestellt werden Münchens Partner im Klimabündnis, das indigenen Volk der Asháninka aus dem peruanischen Regenwald, sowie zentrale Themen und aktuelle Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit. Dabei wird auch auf die bisherigen Erfolge und zukünftige Herausforderungen in der gemeinsamen Projektarbeit eingegangen."

"Regenwaldschutz - Schutz für Klima und Menschen. Münchens Partnerschaft mit dem Volk der Asháninka im peruanischen Regenwald"

 

Dieses Faltblatt ist eine Kurzvorstellung der Kooperation Münchens mit dem indigenen Volk der Asháninka im Rahmen des europäischen Klima-Bündniss. Auf acht Seiten werden die indigenen Partner aus dem peruanischen Regenwald sowie die wesentlichen Themen und Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit vorgestellt.

 

Weitere Informationen: Stadt München - Klimapartnerschaften

 

 



Partnerschaft Hansestadt Rostock - Schutzgebiet Amarakaeri, Peru



Madre de Dios ist eine der Regionen des peruanischen Regenwaldes mit der größten Biodiversität, ein Grund warum es auch als die “Hauptstadt” der Biodiversität bezeichnet wird. In der Region gibt es insgesamt sieben unterschiedliche Naturräume, die durch die nationale Gesetzgebung geschützt werden.
Das Kommunale Schutzgebiet Amarakaeri beherbergt das indigene Volk der Harakmbut, das dort bereits seit vielen hundert Jahren lebt. Es ist einzigartig in Bezug auf die kulturelle Vielfalt und soziale Organisation. Die traditionelle Nutzung erlaubt die Erhaltung der biologischen Vielfalt.
Diese Vielzahl an vorhandenen Ressourcen ist aber gleichzeitig der Grund für das Eindringen von Siedlern und Unternehmen auf der Suche nach Gold, Erdöl, Holz und anderen Produkten. Dies stellt eine große Bedrohung sowohl für die Ökologie als auch für die dort lebenden Menschen dar. Die daraus resultierenden Konflikte bedrohen die Zielsetzungen der Arbeit zur Erhaltung des gesamten Schutzgebietes.

 

Seit 2014 unterstützt die Hansestadt Rostock im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Klima-Bündnis das Projekt "Schutz der natürlichen Ressourcen im Schutzgebiet Amarakaeri" und verknüpft somit die lokalen Klimaschutzmaßnahmen mit den Bemühungen zum Schutz der Regenwälder. Wichtige Ziele des Projektes sind deshalb: Markierung der Grenzen des Schutzgebietes durch Anpflanzung von angepassten Baumarten, Einbeziehung der im Gebiet lebenden indigenen Gruppen und die Erstellung eines Monitoring-Planes.

Neben dem Aspekt des Klimaschutzes zielt das Projekt darauf, das Schutzgebiet Amarakaeri zu erhalten und die dort lebenden indigenen Völker einzubeziehen. Illegaler Holzeinschlag, Goldabbau und Erdölförderung gefährden das Schutzgebiet und damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung.
Die indigenen Territorien, die von indigenen Gemeinschaften verwaltet werden, haben ähnliche Funktionen und Verantwortlichkeiten wie eine Kommune in Deutschland. Sie sind verantwortlich für die Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen (z.B. Infrastruktur für Bildung und Gesundheit, aber auch wirtschaftliche Aktivitäten). Entwicklungspläne für die Zukunft werden erarbeitet und die natürlichen Ressourcen so genutzt, dass sie nicht zerstört werden. In der Verantwortung für künftige Generationen kann das Projekt beispielhaft dafür sein, gegenseitige Lernprozesse zur „Daseinsvorsorge“ und zum Umgang mit den zur Verfügung stehendenden natürlichen Ressourcen anzustoßen.

 

Das Video "Reserva Comunal Amarakaeri, un área de conservación indígena" beschreibt das Schutzgebiet, zeigt beeindruckende Bilder aus dem Regenwald und gibt weitere Informationen zum Projekt.

 

Auch in der Broschüre "Kommunale Entwicklungspolitik - IN MECKLENBURG-VORPOMMERN UND BRANDENBURG, Dokumentation des Fachtages in Schwerin" finden Sie weitere Informationen zur Zusammenarbeit der Hansestadt Rostock, dem Schutzgebiet in Peru und dem Klima-Bündnis.