Der Rechtshilfefonds des Klima-Bündnis



Die Gemeinde Sarayaku braucht juristische Unterstützung



In Sarayaku


Grundschule in Sarayaku


Quelle: Klima-Bündnis

Die Kichwa-Gemeinde Sarayaku liegt in der Provinz Pastaza im Amazonasgebiet Ecuadors, entlang des Bobonaza-Flusses. Die ca. 2.000 Einwohner, die in der aus fünf Dörfern bestehenden Gemeinde leben, befinden sich in diesem Gebiet schon seit Generationen.

 

Die Menschen in Sarayaku sind entschieden und geschlossen gegen die Ölförderung in ihrem Gebiet. Obwohl Sarayakus Repräsentanten mit Mord bedroht werden, die Regierung die Erdölarbeiten mit dem Militär durchzusetzen und obwohl der Erdölkonzern CGC Einzelne zu korrumpieren versucht: Die Menschen wissen, was die versprochene „Entwicklung“ und „Zukunft“ durch Ölförderung für ihr Leben bedeuten würde. In vielen Teilen des ecuadorianischen Regenwaldes können sie die Konsequenzen deutlich sehen.


Für Sarayaku begann der Widerstand gegen die Ölförderung in ihrem Gebiet 1989 als sie Bohrungen des früher ecuadorianischen und heute zur britischen BP gehörenden Konzerns Arco in ihrem Gebiet verhinderten. 1992 ist der Gemeinde von Sarayaku ein Territorium von ca. 130.000 Hektar zugesprochen worden. Laut Gesetz sind die Ressourcen jedoch weiterhin Eigentum des Staates. So hat die Regierung 1996 / 2003 das Gebiet in Blöcke zur Erdölförderung unterteilt: Dem argentinischen Konzern CGC wurde die Konzession für das als Block 23 ausgewiesene Gebiet zugeteilt, das italienische Unternehmen Agip ist Nutznießer von Block 10. Proteste der Indigenen haben dazu geführt, dass die Prospektionsarbeiten zunächst unterbunden wurden. Seitdem streiten die Parteien um Land- bzw. Schürfrechte – eine Klage gegen CGC bei der Kommission für Menschenrechte wurde von Sarayaku eingereicht. Im Jahr 1998 wurde von dem Verfassungsgericht anerkannt, dass die Erdölförderung gegen die Rechte der indigenen Völker verstößt und der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte in Costa Rica erließ im Jahr 2004 provisorische Maßnahmen zugunsten der indigenen Bevölkerung in der Region. Fünf Jahre später, Anfang September 2009 wurden nun die letzten Sprengsätze für seismische Untersuchung entfernt.

Ein historisches Ereignis als Ergebnis eines hartnäckigen Widerstands.

 

Jedoch versuchen die Erdölfirmen weiterhin die Gemeindemitglieder zu spalten und in das Gebiet vorzudringen: Im Nordosten des Gebiets von Sarayaku (Block 10) versucht ein ehemaliger Bewohner, der lange im Ausland gelebt hat, mit Unterstützung der Erdölunternehmen eine neue Gemeinde zu gründen. Sarayaku befürchtet, dass der Initiator in einen Dialog mit der Erdölfirma treten könnte: Der Rückzugsort „Kutucachi“, wo sich seine AnhängerInnen niedergelassen haben, liegt auffallend nah an einer (noch) geschlossenen Erdölplattform. Auf seiner Website klagt er 40 Gemeindemitglieder öffentlich an. Seit einigen Tagen liegt auch eine erste Vorladung vor: Am 9. 2009 Oktober mussten sich die ersten fünf Angeklagten vor Gericht einfinden.

Das Klima-Bündnis unterstützt die Gemeinde Sarayaku mit juristischer Beratung.

 



Crowdfunding: Indigene Fußball-Mannschaft aus Sarayaku sucht Finanzierung


Die Fußballer des „Club Deportivo Sarayaku“ möchten mit der sportlichen Königsdisziplin Fußball ihre Botschaft zur Verteidigung der lebenden Wälder einer größeren Anzahl von Menschen bekannt machen. Die indigene Gemeinde Sarayaku geht davon aus, dass der Fußball Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Kulturen vereinen kann und Botschaften in die Herzen der Gesellschaft überträgt.

Nach dem Aufstieg des „Club Deportivo Sarayaku“ in den Bereich der Profi-Fußballer, sucht der Fußballclub mittels Crowdfunding eine Finanzierung für seinen Sport sowie der Botschaft des Lebens und der Verteidigung der Kawsak Sacha (lebenden Wälder). Die Indigenen in Sarayaku haben anspruchsvollen Ziele: Sie wollen das Bewusstsein der Menschen, Frauen und Kinder erreichen, so dass die ganze Gesellschaft die Bedeutung des Amazonasregenwaldes für das Leben aller Lebewesen auf diesem Planeten erkennt.

Unterstützen Sie die Fußballer aus Sarayaku und beteiligen Sie sich an der Finanzierung via Crowdfunding bis zum 30. November 2015. Nähere Informationen finden Sie in englischer Sprache auf der Website der Gemeinde Sarayaku.



Sápara-Frauen in Ecuador

Im Rahmen einer neuen Versteigerungsrunde für Erdöl-Förderlizenzen plant die Regierung Ecuadors die Erdöl-Fördergebiete stark auszuweiten. Betroffen davon sind auch Gebiete, die bisher von den starken Umweltverschmutzungen verschont geblieben waren.

 

In diesen neuen Fördergebieten leben viele indigenen Gruppen, unter anderem die Sápara Ashiñwaka Gemeinde. Die Frauenorganisation der Sápara Ashiñwaka hat das Klima-Bündnis gebeten, sie bei ihrem rechtlichen Vorgehen gegen das Eindringen von Ölfirmen in ihre Gebiete zu unterstützen. Mit der finanziellen Unterstützung werden Reisen in die Hauptstadt Quito und ein Rechtsanwalt für Beratung finanziert.

 

 



Ihre Unterstützung!

Die Gemeindemitglieder müssen sich juristisch gegen eine Anklage wehren und benötigen dafür finanzielle Unterstützung (ca. € 2.000,-). Wenn Sie die Gemeinde unterstützen möchten, können Sie Ihre Spende über das Klima-Bündnis an Sarayaku weiterleiten.


Klima-Bündnis e.V.
Konto: 8038409001
BLZ: 43060967
GLS Gemeinschaftsbank eG
Betreff: Sarayaku